Der Magier by Zeriphon

Der Magier

Hell der Mond am Himmel steht, erleuchtet diese dunkle Nacht,
der warme Wind ganz sachte weht, überall fließt mag'sche Kraft.

Im Dunkel steht eine Gestalt, blutrote Kreide in der Hand,
auf nacktem Stein das Pentagramm, drum 'rum ein Kreis als dessen Rand.

Stumm blickt der Mond auf alles nieder, ist der einz'ge Zeuge gar,
alles scheint noch wie im Traume, als wäre es erst gar nicht wahr.

Und doch, es ist die Wahrheit rein, vom Anfang bis zum Schluss,
seit Ureszeiten sollt's so sein, hat es doch Hand und Fuß.

Nun stellt die Gestalt sich in die Mitte, die Arme ausgestreckt,
es sind die ersten, wicht'gen Schritte, das Gesicht zum Mond gereckt.

Nun beginnt das Ritual, welch' überbracht aus alter Zeit,
wer's durchführen darf ist nicht egal, dies darf nur, wer ist geweiht.

Nun beginnt die Rezitierung, Formeln aus vergess'nen Tagen,
dazu die mag'sche Fokusierung, das sollten nur die Meister wagen.

Die Gestalt gen Norden dreht, zu rufen den Drachen der Erde,
seinen Namen man als "Grael" versteht, dieser ist der Erste.

Man vernimmt ein dumpfes Grollen, der Erdesboden bebt,
als mit lautem Tiefengrollen, der Drache vor ihm sich erhebt.

Aus Erde geformt der Körper ist, die Schuppen sind aus Diamant,
die Krallen sind aus Amethyst, die Zunge ist aus Wüstensand.

Die Augen sind Rubine, blutrot wie Sonnenuntergang,
aus Stein geformt die Zähne, wer's dies erblickt, dem wird glatt bang.

Der Ruf des Drachen klinget laut, wie Grollen aus der Tiefe,
ein wahrer Turm der Drache ist, so groß wie nur ein Riese.

Mit int'ressiertem Ausdruck nun, auf die Gestalt er schaut,
welche sich vor ihm verbeugt und wirket so vertraut.

Sie bittet ihn zu unterstützen, bei magisch, großen Taten,
er soll helfen sie zu schützen und vor Schaden sie bewahren.

Mit stummem Nicken willig er auf diese Bitte ein,
doch brauchts die and'ren Elemente, unmöglich ist's allein.

Die Gestalt, sie nickt vergnügt, sie hatte's schon geplant,
weshalb sie mit erneutem bitten, den Drachen zur Geduld ermahnt.

Nun dreht sich die Gestalt nach Osten, weiter geht das magisch' Treiben,
schließlich soll der Erdendrache nicht zu lang alleine bleiben.

Mit neuen Formeln wird zitiert, des Ostens wilder Drachen,
Sairys wird er rezitiert und trägt den Wind im Rachen.

Plötzlich frischt der Wind sich auf, wächst zum Sturm heran,
mit lautem Tosen flieget er, auf Sturmesböen an.

Lautlos lässt der Drache sich, östlich des Kreises nieder,
der Sturm wird langsam schwächer nun und beruhigt sich wieder.

Der Drache aus dem Element, bekannt bei uns als Luft,
ist durchsichtig wie zarte Wolken und verbreitet Frühlingsduft.

Seine Schuppen sind wie Federn, die großen Augen sind wie Silber,
er schimmert wie ein Regenbogen und schwebet aufwärts und hernieder.

Auch er wird höflichst gleich geheißen, willkommen in der Runde,
und lässt sich hin zur Hilfe reißen, mit Bitten aus vertrautem Munde.

Nun geht's weiter, Richtung Süden, doch werden könnt das teuer,
der Drache dort zu gern tut wüten, ist sein Element doch Feuer.

Nach kurzem sprechen neuer Formeln, erscheintet eine Feuerwand,
prasseln laut wie tausend Trommeln, Hitze wie im Höllenland.

Aus diesem Feuer tritt hervor der rote, wilde Drachen,
welcher speiet Feuersbrunst aus seinem großen Rachen.

Aus glühend Magma seine Haut, die Schuppen aus Gestein,
sengend' Hitze steigt empor, auch er ist nicht grad klein.

Die Augen sind wie glühend' Kohlen, hell und stechend klein,
als drängen sie mit ihren Blicken, in and'rer Wesen Denken ein.

Nur nach langem, starke, Bitten, willig dieser Drache ein,
stimmt mit einem kurzem Nicken, in den Kreis der Drachen ein.

Fast ist der Drachenkreis komplett, es fehlet nur noch einer,
der Letzte ist er im Quartett und somit geht es weiter.

Nach Westen die Gestalt nun blickt, die Arme weit erhoben,
spricht Formeln Richtung West geschickt und blicket weit nach oben.

Plötzlich ziehen Wolken auf, der Himmel er wird Finster,
doch tut ein Loch sich plötzlich auf, ähnlich einem Fenster.

Umgeben aus ner Regenwand, steigt er nun herab,
auch dieser Drache ist bekannt, im ganzen, weiten Land.

Naelyan ist des Drachens Name, sein Element das Wasser, der Regen,
auch er besitzt die mag'sche Gabe, als er landet, die Wolken verfliegen.

Auch er ist willig zu assistieren, der Gestalt zur Seit' zu steh'n,
diese beginnt zu rezitieren, und die Drachen anzusehen.

Mit der Kraft der Elemente, geht es nun voran,
magisch wird gewerkelt nun, bis es ist getan.

Die Gestalt beschwöret nun zwei der ält'sten Drachen,
Licht und auch die Dunkelheit, Drachen des Licht's und Schatten.

Denn diese zu rufen ist unendlich schwer, die Elemente sind von nöten,
riefe sie sie ohne sie her, würden sie sie töten.

Denn ohne Schutz unmöglich s'ist, den Mächten zu widerstehen,
welche, wie's die Regel ist, von diesen steht's ausgehen.

Mit Feuer, Wasser, Erde, Luft, die Drachen nun verwehren,
Licht's und Schatten's großer Macht, der Gestalt ihr Leben.

Weiterschreiben ist verwehrt, nur Magier dürfen's kennen,
Die mag'sches Wissen selbst gelernt, ihr großes Eigen nennen.

Doch eines darf ich dennoch sagen, was ihr hier gelesen,
ist von der Magie der Drachen, zum Teil das Schwerste Stück gewesen.

Der Magier

Zeriphon

19 June 2014 at 01:14:51 MDT

One of my longest Poems ever... ^^

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Literary / Poetry / Lyrics