Finsteres Ich by Zeriphon

Finsteres Ich

Nach außen hin wirk' ich normal, doch muss dies gar nichts heißen,
wenn mich tief in meinem Inn'ren Zweifel fast zerreißen.
Dunkelheit umschließt mein Herz, nimmt jeden Funken Licht,
diesem Schicksal zu entkommen, das vermag ich nicht.
Langsam wird mein Herz zu Eis, stetig am erkalten,
leider ist dieses Gescheh'n durch Niemanden mehr aufzuhalten.

Trauer, Rache, Zorn und Zweifel, übermannen den Verstand,
das Feuer innerer Vernichtung, nie hat es so hell gebrannt.
Die Schatten, welche tief in mir seit Anbeginn gewesen,
gewinnen nun an Stärke, fangen an zu übernehmen.
Ich distanziere mich von Allem, nicht um mir zu nützen,
sondern um die Anderen vor meiner Selbst zu schützen.

Beginnt erst dieser wilde Tanz, welcher führt zur Selbstvernichtung,
reißt er jeden And'ren mit sich, in des Unterganges Richtung.
Still wird es um mich herum, die Einsamkeit, sie siegt,
mein einzig letzter Ausweg nun, dass ich mir selber unterlieg'.
Doch selbst des Aktes letzter Schluss, welcher ist der Sensenmann,
verschmähet mich in diesem Zustand, grinst mich nur sadistisch an.

Nein, er wird noch lange warten, wird mich ewig leiden lassen,
selbst der Teufel, dieser Fiesling, würde hier vor Neid erblassen.
Lasset euch von mir nun sagen, hütet euch vor'm schwarzen Ich,
wenn es erstmal übernimmt, entkommt man seinen Klauen nicht.

Finsteres Ich

Zeriphon

19 June 2014 at 01:31:13 MDT

When the dark inner self takes control, noone can escape his claws...

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Literary / Poetry / Lyrics