Schattenwache by Zeriphon

Schattenwache

Silbrig, wie abertausend Sterne, glitzern die Tautropfen im Licht des Mondes.
Sie lassen die Wiesen und Felder erscheinen, als seien sie gewebt mit reinem Silberfaden.
Sanft streicht der nächtlich', warme Wind über das Meer aus Gras,
erzeugt dabei Wellen und schafft den Eindruck, als stünde man am Rande des Ozeans selbst.

Das seichte Rauschen der Blätter im Wind,
kaum wahrzunehmen und doch stetig präsent.
Hoch am Himmel, im nächtlichen Zenit, steht er, der volle Mond höchstselbst.
Sein blasses Licht erhellt die Wälder und Wiesen, sodass man beinah' meinen könnt', es wär' am Tage.

Kein einzig' Vogelgezwitscher, kein noch so schwacher Tiereslaut, ist in dieser nächtlich' Stille zu vernehmen.
Und obgleich der friedlich' Szenerie, überkommt einen ein seltsames Gefühl.
Man mag es erst als "mulmig" bezeichnen, ja sogar soweit gehen, es als "sonderbar" zu titulieren.
Gleich einer Ahnung das etwas nicht stimmt, mit dieser nächtlich' Harmonie.

Und es überkommt den Verstand die Erkenntnis, dass man hier ist steht's in Gefahr.
Wie ein Blitzschlag, welcher die Erinn'rung erhellt.
Denn "Er" ist irgendwo hier in dieser Idylle und wartet auf seine Gelegenheit.
Der Wächter in der Dunkelheit, des Schattens wahres Kind.

Wer "Ihn" je zu Gesicht bekommt und "ihm" feindlich ist gesinnt,
wird unweigerlich erfahren müssen, was es bedeutet den Reigen mit dem Sensenmann zu tanzen.
Doch, erspähten "ihn" bisher die Wenigsten, ist er doch ein Schatten in der Finsternis.
Und nur wer "ihm" freundlich gesinnt, vermag "ihm" zu begegnen und davon zu berichten, sofern "er" dies wünscht.

Man erzählt sich, er sei so schnell wie der Blitz, doch zeitgleich so lautlos wie der Tod selbst.
Auch soll er überall und nirgendwo zugleich sein. Als gäb' es "ihn" gar hundertfach.
Es heißt, ist man auf "seiner Liste", so ist das Letzte dass man sieht das Blitzen seines Schwertes.
Doch vermag dies alles niemand zu bezeugen, denn wer vermag schon einen Schatten in der Nacht zu beschreiben?

Doch heißt es auch, dass "er" sich einsetzt für das Gute, dass man "ihm" jederzeit vertrauen könnt'.
Auch erzählt man sich, "er" stehet im Dienste der Kaiserin des finst'ren Imperiums.
Abertausende an der Zahl sind die Mythen, welche man sich über "ihn" erzählt.
Und doch obliegt es ein jedem selbst, ob er ergründen möchte die Wahrheit über "ihn".

Eines ist jedoch absolut gewiss.
Sein Name ist nicht unbekannt.
Und wer ihn hört, der merket auf.
Des Schattens Namen, genannt "Zeriphon".

Schattenwache

Zeriphon

19 June 2014 at 01:54:45 MDT

So, it took me quite some time, but finally, here's my first short-story. (It turned out like some kind of self-introduction. :D )

Hope you like it. ;)

Schatten shadow Nacht night poetry Poesie short story Kurzgeschichte Geschichte Wache guard Mond moon Gras grass Feld field Natur nature Vögel birds Tiere animals Schwert sword Klinge blade Finsternis darkness dark dunkel Wind wind Geräusche sounds